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Freie Liebe, Sexualität und Kundalini?     

Liebe Partnerschaft SexualitätSehr oft hört man die Aussage, dass „Moralvorstellungen“ einschränkend auf die frei fließende Liebe wirken würden. Mehr noch: „Man hat so viel Liebe zu geben“ - wieso diese auf eine Person beschränken? Als Folge dieser Ansicht wird dann die freie Liebe gelebt und die Konzentration auf einen Partner als eine altertümliche, einschränkende Moralvorstellung abgetan. Was Sexualität mit Selbstfindung zu tun hat, erfährst du in diesem Artikel.

Die sexuelle Kraft ist wie eine schwingende Türe, die einerseits durch das Ego benutzt werden kann, um Befriedigung zu erlangen oder aber auch als Mittel der Selbsterkenntnis, die Erfahrung der wahren Natur auslösen kann.

Partnerschaft oder Entsagung?

Beide Wege sind gangbare Wege, um zur wahren Natur zu finden; beide Wege bringen ihre persönlichen Prüfungen des Egos. Keiner der Wege ist besser oder schlechter als der andere, alles ist auf beiden Wegen möglich. Dieser Artikel beschäftigt sich jedoch nicht mit dem Weg der Entsagung, sondern behandelt die Frage der Partnerschaft mit einem Partner im Gegensatz zur freien Liebe mit vielen Partnern.

Was spricht für eine Partnerschaft mit einem Partner?

Aus der Sicht des Selbstfindungsweges ist eine harmonische Partnerschaft, in der die Partner ihr Ego auflösen und füreinander da sind, etwas Heiliges; die frei fließende Liebe zwischen zwei Menschen kann sogar zur Erleuchtung beider Personen führen. Denn von der energetischen Seite her kommt es - sofern man an den Egothemen arbeitet - zu einer Verbindung der sieben Hauptchakren durch Bänder der Liebe. Heute leben die meisten Menschen durch Unwissen „unbewusste“ Partnerschaften, in denen leider nur wenige der sieben Bänder verbunden sind. Dadurch entsteht Mangel und der Mensch tendiert dazu, den subjektiv empfundenen Mangel im Außen durch "zusätzliche" Partner zu kompensieren. Diese Kompensation wird vor allem dann ausgelebt, wenn die Bereitschaft fehlt oder Unwissenheit da ist, an den Bändern in der eigenen Partnerschaft zu arbeiten, denn es würde einer Einschränkung des eigenen Egos gleichkommen. Oder es gestaltet sich als schwierig, mit dem Partner über empfundenen Mangel zu kommunizieren und ein zusätzlicher Partner erscheint als der einfachere Weg.

  • Beziehung bedeutet Arbeit, Band für Band bringt eine "Beziehungsthematik" - deren Ursache im eigenen Ego zu suchen ist - an die Oberfläche. Aussagen wie: "Ich bin nicht geschaffen für eine Partnerschaft" oder "Ich bin ein Mann/Frau für viele Männer/Frauen" entstehen genau auf jener unterbewussten Ebene der eigenen Psyche.
  • Das Argument, ich empfände so viel Liebe, die ich mit vielen teilen will, ist so nicht wahrhaftig - ich empfinde Lust (die an sich nichts Negatives ist) und andere starke Gefühle, die ich ausleben möchte. Sai Baba sagt aber hier, dass es sich um die noch unbewusste sexuelle Energie handelt, die in Form von Atemübungen, dem alten Weg des Tantra, eigentlich dazu verwendet werden sollte, die Kundalini-Energie zu erwecken. Jeder Höhepunkt in der Sexualität ist eine kurzfristige Verschmelzung mit dem Selbst. Aus diesem Grund zieht es den Menschen auch stark zur Sexualität.
  • Dieses falsch verstandene  „Ich gebe mich vielen hin“, welches als "Liebe" tituliert wird, ist eigentlich eine noch nicht erkannte Form der eigentlichen Wirkung der Kundalini-Energie. Denn wäre die sexuelle Energie schon in geistige Energie umgewandelt, würde sich die Frage der freien Liebe nicht mehr stellen. Das nach Außen gerichtete Verlangen wäre durch Selbstfindung nach Innen in Energie umgewandelt worden.
  • Männer/Frauen, die mit vielen Frauen/Männer Kontakt haben, wundern sich, wenn es bei einem der Partner zu Verletzungen kommt. Diese Verletzung entsteht durch den Aufbau der ersten Bänder und den unterbewussten Wunsch, diese Bänder zu vervollständigen. Dieses Bedürfnis ist ein heiliges Bedürfnis und ist der Versuch alle sieben Bänder zu harmonisieren. Ist die Verletzung geschehen, folgt oft das folgende Argument: Jeder Teilnehmer handelt eigenverantwortlich, wenn man  verletzt wurde, ist es die eigene Schuld/Verantwortung!
  • Tatsache ist, wer "freie Sexualität" lebt, nimmt in Kauf, dass es irgendwann bei einem der Partner zu Verletzungen kommen wird. Nicht, weil das Gegenüber so unbewusst ist und nicht eigenverantwortlich gehandelt hat, sondern ganz im Gegenteil, dem natürlichen Herzensempfinden, dem Aufbau der Bänder zwischen Menschen gefolgt ist.
  • Doch woher kommt dann der Drang die "freie Sexualität" zu propagieren? Eigene, nicht aufgearbeitete Beziehungsmuster der Vergangenheit, die sich dem eigentlichen unterbewussten Thema nicht stellen wollen, welche sich dann auch gerne in einem Reformgeist äußern. Sehr viel Schmerz wird dadurch ausgelöst, denn wenn die freie Sexualität scheinbar eigenverantwortlich gelebt wird, kommt sehr oft irgendwann der Zeitpunkt, wo ein Mensch aufgrund des natürlichen Verhaltens "mehr" will.  Diese Verletzungen in Kauf zu nehmen, um die eigene "freie Sexualität" leben zu können, hat wenig mit wahrhaftiger, tiefer Liebe zu tun, sondern vielmehr mit der Verwirklichung des Egos auf Kosten anderer.
  • Sathya Sai Baba sagte einst: Das Einzige, was in der Liebe einer Partnerschaft zwischen Menschen eingeschränkt wird, ist das eigene Ego.

Kundalini-Erfahrung

Denn eine Partnerschaft zwischen zwei Menschen beinhaltet eine wunderbare wahrhaftige Kraft in Form der bedingungslosen Liebe. Ein heiliges Sakrament. All dies kann ich auch ohne Partnerschaft erleben, wenn ich es schaffe das erste und siebente Chakra durch die Arbeit an mir und meinem Ego zu verbinden - denn dann vollzieht sich die heilige Hochzeit des männlichen und weiblichen Pols in mir.

Beide Wege sind möglich, in einer Partnerschaft zwischen zwei Personen oder auch alleine. Letztendlich liegt der tiefe Sinn der "Schlangenenergie", die schlafende Schlange im Wurzelchakra (Sexualität) zu erwecken und durch alle energetischen Zentren bis zum Kronenchakra zu bringen. Dies zu erreichen bedeutet Erleuchtung zu erfahren.
Dabei verbrennt sich die Energie der Lust selbst und wird zur allumfassenden göttlichen Liebe. Egozentrierter Wille, der erdgebunden Lust erlebt, wird zu göttlich zentriertem Willen, der Erleuchtung erlebt: Sat – Chit – Ananda. Dies ist der Grund, dass die Sexualität eine heilige Kraft ist, eben der Schlüssel zum Garten Eden. Der bewusste Mensch wird versuchen achtsam mit dieser Kraft umzugehen, um die innewohnende Möglichkeit auf seinem Weg zu erfahren. Das Wissen um die Mechanismen und dem Sinn ist altbekannt: die Tempelpriester in Ägypten wussten es, die Rosenkreuzer zeigen dies auf ihren mystischen Bildern und viele andere Gesellschaften haben dieses Wissen stets gut behütet und es erst offenbart, wenn der Mensch genug gereift war.

Sehr zu empfehlen zu dieser Thematik ist das Buch von Elisabeth Haich: Yoga und Sex. "Die berühmte, weltweit anerkannte Yoga-Lehrerin setzt sich in diesem großen Klassiker mit der menschlichen Grundfrage auseinander, inwieweit Spiritualität und Sexualität harmonisch miteinander verbunden werden können. Sie analysiert die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten des Yoga-Weges und kommt zu radikalen Schlussfolgerungen."
Wer mehr über diese Thematik erfahren möchte, dem empfehle ich das Kapitel über Beziehungen in meinem Buch „Befreie dich selbst!“ zu lesen (siehe Seite 189 ff). Hier findest du mehr zum Aufbau von Bändern zwischen Menschen.

Wie wichtig die Liebe ist, wusste schon Laotse:
„Pflichtbewusstsein ohne Liebe macht verdrießlich. Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos. Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart. Wahrhaftigkeit ohne Liebe macht kritiksüchtig. Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch. Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch. Ordnung ohne Liebe macht kleinlich. Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch. Macht ohne Liebe macht grausam. Ehre ohne Liebe macht hochmütig. Besitz ohne Liebe macht geizig. Glaube ohne Liebe macht fanatisch.“

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